Überall Probleme Daimler bricht der Gewinn ein

af4

Dem deutschen Autobauer Daimler ist wegen zahlreicher Belastungen im zweiten Quartal der Gewinn eingebrochen. In der Folge blicken die Stuttgarter nun vorsichtiger auf das lukrative Geschäft mit Premiumautos. Obendrein lief es operativ bei weitem nicht so gut wie von Analysten erwartet – vor allem im eigentlich boomenden Lkw-Geschäft. Am im Juni gesenkten Gewinnausblick für das Gesamtjahr hält der Dax-Konzern aber fest.

Im zweiten Jahresviertel sanken die Verkäufe leicht, im Juni wurde der erste Absatzrückgang seit Jahren verzeichnet. Für das laufende Quartal rechnet Daimler bei Mercedes und Smart nun mit einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses. Wegen Problemen bei der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP bekommt Daimler schlicht seine Autos nicht verkaufsfertig. Im vierten Quartal soll sich die Lage wieder normalisieren.

„Die Automobilindustrie und damit auch wir haben eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern“, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Neben Daimler haben auch andere Hersteller vor dem schwierigen Umfeld gewarnt. Die drei großen US-Hersteller Ford, General Motors und auch Fiat Chrysler kassierten am Vortag ihre bisherigen Ausblicke und stapeln nun deutlich tiefer.

Toll Collect, Brand beim Zulieferer, Zölle

Daimler nahm zwischen April und Ende Juni mit knapp 40,8 Milliarden Euro ein Prozent weniger ein als vor einem Jahr. Dabei sanken die Erlöse im Geschäft mit Premiumwagen um vier, beim Verkauf mit Bussen sogar um zwölf Prozent. Die Lkw-Sparte legte indes nur um zwei Prozent zu. Analysten hatten, nicht zuletzt wegen guter Geschäftszahlen von Konkurrenten, ein Plus von neun Prozent erwartet. So nahm etwa der schwedische Konkurrent Volvo 18 Prozent mehr ein.

Noch drastischer sind die Einbußen beim operativen Ergebnis: Es brach auf Jahressicht um knapp ein Drittel auf gut 2,6 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich blieben statt der 2,4 Milliarden vor einem Jahr nur noch 1,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie sank auf 1,61 Euro von 2,28 Euro.

Zusätzlich zu den Problemen bei der Umstellung auf den neuen Abgastest belastete der Vergleich im Rechtsstreit um das Lkw-Mautsystem Toll Collect mit 418 Millionen Euro. Zurückhaltende Kunden in China drückten dort die Preise. Zusätzlich belastete den Konzern ein Brand bei einem Zulieferer in den USA, weshalb es zu Produktionsausfällen kam.

Den Konzernausblick für das Gesamtjahr bekräftigte Daimler, trotz des Gegenwinds und der nicht ganz so dynamischen Entwicklung im Truckgeschäft. Demnach sollen sowohl der Absatz als auch der Umsatz leicht steigen. Das Ebit sieht die Daimler AG weiterhin leicht unter dem Vorjahreswert.

Schreib einen Kommentar

*